Die Ursprünge des Weihnachtsfestes

Weihnahtsbaum fuer Wildvoegel

Auch Wildvögel freuen sich über einen schön geschmückten Weihnachtsbaum – gesehen 2013 im Wildpark Christianental in Wernigerode

Alle Jahre wieder …
Der Wildkrautgarten wünscht Frohe Weihnachten!

Die Zeit zwischen den Jahren ist die Zeit der Besinnung, der Familie und der Hoffnung auf das wiederkehrende Licht. Die 12 Rauhnächte markieren die mystische Zwischen-Zeit, die zwischen dem Ende des 354 Tage währenden Mondkalenders und des 365 Tage dauernden Sonnenkalenders liegt. Früher glaubte man, in diesen besonderen Tagen seien die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt und die Grenzen zu anderen Welten würden durchlässig. Es war deshalb eine Zeit der Feiern und Rituale, deren Nachhall sich bis heute in vielen Traditionen rund um das Weihnachtsfest erhalten haben.

Den Beginn der Rauhnächte markiert die Wintersonnenwende, die immer am 21. oder 22. Dezember stattfindet und an dem die Sonne am Mittag die niedrigste Höhe über dem Horizont erreicht. Der Tag der Wintersonnenwende ist der kürzeste Tag des Jahres – danach werden die Tage endlich wieder länger. In dieser dunkelsten Zeit des Jahres feierten schon unsere Vorfahren ein Fest zur Wiedergeburt des Lichtes und holten sich Immergrün und Feuerschein ins Haus.

Als Reminiszenz an diese uralten Zeiten schmücken auch heute noch Weihnachtsbaum und Kerzenlicht unsere Häuser und erfreuen unsere Herzen. Mistelzweige wurden schon früher als uraltes Symbol der Fruchtbarkeit in Haus und Ställe gehängt und die Bewohner in den Rauhnächten vor Unheil. Räuchermännchen oder Räucherkerzen duften heimelig und reinigen wie schon die steinzeitlichen Rauchkräuter Haus und Hof mit (hoffentlich) heilsamen Dämpfen von negativen Schwingungen.

Und dann kommt auch noch ein weiser Mann vorbei, der unsere Sünden kennt und Geschenke bringt, wenn die Waage der guten und bösen Taten zur guten Seite hin ausschlägt. Früher brachte er wohl nahrhafte Nüsse oder vitaminreiche Äpfel als Wintervorrat mit. Als bunte Kugeln schmücken stilisierte Nachahmungen dieser Gaben noch heute die Zweige des immergrünen Baumes in unserer weihnachtlich geschmückten Wohnstatt.

Mit Schmaus und Trank und vielen Ritualen feiern wir heute zu Weihnachten die Geburt eines göttlichen Kindes. Auch damit folgen wir uralten Bräuchen aus Zeiten des Beginns der menschlichen Zivilisation. Schon die frühen Ägypter feierten zur Wintersonnenwende die Geburt des Lichtgottes Horus, Sohn der Göttin Isis. Der persische Mithraskult begrüßte in alter Zeit am 25. Dezember den neugeborenen Sohn des himmlischen Lichtes als eine Personifikation der Sonne. Die Römer verehrten Mithras später als Sol Invictus, den Gott des unbesiegbaren Sonnenlichts. Auch in den ältesten Mythen der Kelten gebar die große Göttin zur dunkelsten Stunde des Jahres tief in der Erde das neue Sonnenkind, auf das die Natur mit seiner Kraft im Frühjahr wieder erwachen werde.

Gegen Ende der heiligen Rauhnächte zwischen den Jahren trieb dann die Wilde Jagd ihr Unwesen. Unholde und Kobolde gingen um, die Geisterwelt war nah. Noch heute befragen wir an Silvester die andere Dimension per Bleigießen nach der Zukunft und feiern ein weiteres berauschendes Fest. Später verscheuchen wir die Dämonen, die wir riefen, mit lautem Geknall und buntem Lichterwerk zurück in ihre Welt und küssen uns ein letztes Mal unter dem Mistelzweig.

Soweit zu alten und neuen Traditionen in der Zeit der Rauh- oder Rauchnächte. Und hier noch eine Idee für die „grünen“ Weihnachtsfeiertage:  Machen Sie mit beim Wildkrautgarten-Fotowettbewerb „Weihnachtsblüten“.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Liebe Frohe Weihnachten!
Der Wildkrautgarten


Wenn Ihnen der Beitrag gefällt, empfehlen Sie ihn weiter. Einfach Freunden davon erzählen oder einen der Buttons 2x klicken, um den Beitrag mit ihrem sozialen Netzwerk zu teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.