Heilsame Gewürze und Kräuter für die Weihnachts- und Winterzeit

Wildkrautgarten WinterhelferPflanzen und Gewürze gehören traditionell zur Weihnachtszeit. Sie bringen aber nicht nur abwechslungsreichen Geschmack, sondern auch viele gesunde Stoffe ins Essen. Zahlreiche Helfer für die dunkle Jahreszeit finden sich in fast jedem Gewürzregal. Entdecken Sie Apfelessig, Honig, Ingwer, Kümmel und Zimt als Heilmittel für die Winter- und Weihnachtszeit und nutzen sie die Power von Gundermann, Wasserdost und Zistrose gegen Erkältungen und grippale Infekte.

Apfelessig und Honig
Apfelessig wurde schon im Altertum als ein Heilmittel verwendet und gehörte zu Großmutters Zeiten noch zur Hausapotheke. Zwischenzeitlich fast vergessen, erlebte er in den letzten Jahren eine raketenhafte Renaissance. Zu Recht, denn ihm werden zahlreiche gesundheitliche Effekte und entschlackende, entwässernde und immunstärkende Wirkungen nachgesagt. Er enthält Mineralien wie Kalium, Kalzium und Magnesium und die antioxidativ wirksame Vitamin A-Vorstufe Beta-Carotin.

Honig und Apfelessig

Honig und Apfelessig

Ein Getränk aus 1 Glas Wasser oder Kräutertee mit 2-3 Esslöffeln gutem Apfelessig zu den Mahlzeiten getrunken soll dabei helfen, auch bei üppig gedeckten Festtafeln über die Weihnachtsfeiertage die Figur einigermaßen zu wahren. Bei Bedarf mit 1-2 Teelöffeln Honig gesüßt, regt diese Mischung Stoffwechsel und Verdauung an, stärkt die gesunde Darmflora und regeneriert Haut und Haar von innen. Eine mehrmonatige Trinkkur mit Essig-Honig-Wasser soll chronischen Schnupfen, rheumatische Beschwerden und Gelenkschmerzen effektiv lindern.

Honig hat ebenfalls vielfältige Heilwirkungen, unter anderem wirkt er antibakteriell, entzündungshemmend und immunstärkend. Bei Halsschmerzen und fiebriger Erkältung hat sich deshalb eine Mischung aus Apfelessig und Honig im Verhältnis 1:1 bewährt. Mehrere Esslöffel dieser Mischung über den Tag verteilt eingenommen, bringen schnelle Linderung auch bei Heiserkeit. Unterstützend kann man mit 1 Teelöffel Apfelessig auf ½ Glas Wasser gurgeln oder vor allem bei Husten und Schnupfen mit 1-2 Teilen Essig und 1 Teil Wasser inhalieren.

Apfelessig kann man übrigens leicht selbst herstellen. Dazu wäscht und viertelt man die Äpfel und gibt sie in Saftpresse oder Entsafter. Der Saft wird mit einem Teil der Schalen und Kerngehäuse in ein großes Glas oder einen Weinballon gegeben und mit etwas Trockenreinzuchthefe oder Essigmutter versetzt. Mit einem luft- aber nicht fliegendurchlässigen Verschluss versehen, lässt man das Ganze etwa einen Monat stehen und schüttelt ab und zu. Anschließend durch ein sauberes Leintuch abseihen und in ausgekochte Flaschen füllen.

Gundermann
Der Gundermann zählte schon bei den Germanen zu den wichtigen Heilpflanzen. Durch seinen Gehalt an Gerbstoffen, ätherischen Ölen und Bitterstoffen wirkt er allgemein entzündungshemmend, schmerzlindernd und anregend auf den gesamten Stoffwechsel. Zudem soll er die Ausleitung von Schwermetallen, vor allem Blei, aus dem Körper unterstützen.

Gundermann

Gundermann

Durch seine schleimlösenden Eigenschaften kann er zähen Husten, Lungenerkrankungen und Bronchialasthma lindern und bei grippalen Infekten helfen. Insbesondere bei akuten Schnupfennasen oder auch bei chronisch gewordenem Schnupfen hat er sich vielfach bewährt. Man kann ihn als Tee oder Tinktur anwenden. Ein echter Geheimtipp ist es, ein frisches, etwas zerdrücktes Gundermannblatt direkt in das verstopfte Nasenloch zu stecken und die ätherischen Öle einzuatmen.

Man kann Gundermann auch als Badezusatz zur Kräftigung von Muskeln und Gelenken und als Mittel gegen Rheuma und verwenden. Bei Ischias, Neuralgien, Zahnschmerzen und Magenverstimmung soll er ebenfalls mildernd wirken.

Gundermann lässt sich fast das ganze Jahr über  frisch ernten. Selbst unter dem Schnee treibt er frische Blättchen und ist im Frühjahr eines der ersten verfügbaren Wildkräuter. Die leicht gekerbten nieren- oder herzförmigen Blätter sind reich an Vitamin C, Kalium und Kieselsäure. Früher waren sie ein wichtiger Bestandteil der rituellen Neun-Kräuter-Suppe. Gundermann kann man auch als Topf- oder Balkonpflanze ziehen.

Ingwer
Die Ingwerknolle ist der unterirdische Spross der Ingwerpflanze, eines ausdauernden, schilfähnlichen Gewächses, das in den Tropen heimisch ist. Ingwer enthält Vitamin C, Magnesium sowie weitere Mineralien und Vitamine. Er lässt sich aus gekauften Knollen auch selbst im Blumentopf ziehen.

 Ingwer mit Spross

Ingwer

Der Gebrauch als Heilmittel ist in der chinesischen Medizin seit mindestens 2000 Jahren belegt. Traditionell wird die scharf-schmeckende Knolle bei Erkältung, Übelkeit und Erbrechen (nicht bei Schwangerschaftsübelkeit!) eingesetzt. Zudem kann man bei Reisekrankheit, verstopfter Nasen und oder Rheuma von Ingwer profitieren. Er wirkt aber auch schleimlösend, desinfizierend und fiebersenkend. Man kann Ingwer deshalb vorbeugend zur Immunstärkung oder bei bereits ausgebrochenen Infekten zur Unterstützung der Genesung nutzen. Ingwer fördert zudem die Verdauung, regt die Galle an und beugt Blähungen vor – er ist also auch ein guter Begleiter bei üppigen Weihnachtsmenüs.

Verschiedene Scharfstoffe sind für den typischen scharfen-würzigen Geschmack der Knolle verantwortlich, der besonders in der asiatischen Küche in vielen Gerichten geschätzt wird. Ob eingelegt wie beim Sushi, als Zutat in allerlei Gerichten oder als Tee und Kaltauszug – Ingwer entfaltet in vielen Zubereitungen seine heilsame Wirkung. Eine besonders mild ist er in kandierter Form.

Kandierten Ingwer kann man leicht selber herstellen, indem man 400g frischen Ingwer schält, in Scheiben oder Stifte schneidet und in reichlich Wasser 45 Minuten lang weich gekocht. Ein Viertelliter der Kochflüssigkeit wird nach dem Abseihen mit 400g Zucker vermischt und der Ingwer darin für weitere 20 Minuten gekocht. Anschließend lässt man die Ingwerstücke abtropfen, wälzt sie in Zucker und trocknet sie. Diese gesunde Leckerei ist auch ein schönes Geschenk zur Weihnachtsfeier. Der übrig gebliebene Zucker-Sirup kann zum Süßen von Desserts oder Tees verwendet werden.

Kümmel und Schwarzkümmel

Kuemmel und Schwarzkuemmel

Kümmel und Schwarzkümmel

Kümmel hat fast jeder im Gewürzregal. Über seine zahlreichen Heilwirkungen weiß allerdings kaum jemand Bescheid. Kümmelsamen sind reich an Antioxidantien, essentiellen Fettsäuren und lebensnotwendigen Aminosäuren. Sie wirken entzündungshemmend und krebswidrig. Die ätherischen Öle des Kümmels wirken beruhigend, entspannend und entkrampfend. Dadurch ist das Gewürz eines der wirksamsten Heilmittel gegen Blähungen. Diese Eigenschaft macht man sich zunutze, wenn Hülsenfrüchte oder Kohlgerichte zubereitet, man kann aber auch einfach einen Teelöffel voll Kümmelsamen pur oder leicht zerkaut schlucken, wenn der Bauch weh tut. Zudem sollen sie auch bei Spannungskopfschmerz oder Migräne wirksam sein.

Mit dem einheimischen Kümmel nicht verwandt, aber ebenso empfehlenswert ist der aus dem Orient stammende Schwarzkümmel. In ihrer Heimat gelten die Samen und vor allem das aus ihnen gewonnene Öl seit über 2000 Jahren als Allheilmittel. Sie werden gegen Erkältungen, zur Stärkung des Immunsystems, zur Förderung der Verdauung und zur Linderung zahlreicher Krankheiten, beispielsweise Asthma oder Schuppenflechte, eingesetzt. Das Öl wirkt unter anderem schmerzlindernd, entkrampfend und entzündungshemmend, außerdem unterstützt es den Körper sehr effektiv gegen freie Radikale, Bakterien, Viren und Pilze. Gerade zur kalten Jahreszeit ist Schwarzkümmel und Schwarzkümmelöl deshalb ein guter Tipp für die Gesundheit.

Wasserdost
Wildkrautgarten_Wasserdost4Der heimische Wasserdost ist eine wirkungsvolle Heilpflanze bei Erkältung und Grippe.

Die im Wasserdost enthaltenen Wirkstoffe stimulieren das Immunsystem, indem sie die Produktion von mehr Immun-Abwehrzellen ankurbeln. Deshalb kann Wasserdosttee oder -tinktur bei unterschiedlichsten Infekten helfen.

Seine starken entzündungshemmenden Eigenschaften lindern außerdem die Schwellungen und Rötungen der Atemwegsschleimhäute und erleichtern so das Atmen. Auch eine positive Wirkung auf die mit grippalen Infekten einhergehenden Muskel- und Gliederschmerzen sagt man ihm nach. Eine Kur mit Wasserdost-Wein soll die Cholesterinwerte senken.

Die beste Wirkung gegen Infekte erreicht man übrigens, wenn man den Wasserdost gleich zu Beginn der Erkrankung einsetzt, dann kann das Immunsystem die massenhafte Vermehrung der Krankheitserreger noch wirksam bekämpfen.

Zimt

Zimt Pulver und Stangen

Zimt

Zimt ist die getrocknete Rinde verschiedener Zimtbaumarten und als Weihnachtsgewürz aus der Adventszeit nicht wegzudenken. Aber neben seinem besonderen Geschmack kann Zimt auch mit zahlreichen positiven Gesundheitswirkungen punkten. Im Ayurveda und in der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Zimt seit Jahrtausenden als Heilmittel verwendet und beispielsweise gegen Infektionen, Blähungen oder Krämpfe eingesetzt. Hildegard von Bingen empfahl ihn bei Gicht und zur Nervenstärkung. Neue Erkenntnisse bescheinigen ihm außerdem den Anregung des Kreislaufs, einen Schutz von Blutgefäßen und die Senkung des Blutdrucks. Zudem wirkt er desinfizierend, krampflösend, durchblutungsfördernd, beruhigend und stimmungsaufhellend, schon der Duft soll Gedächtnisleistung und Konzentration fördern. Zimt im Essen kurbelt zudem den Stoffwechsel an, beugt Verdauungsproblemen, Blähungen und Völlegefühl vor und kann Blutfett- und Blutzuckerwerte senken.

Gerade zur dunklen, bewegungsarmen und festmahlreichen Winter- und Weihnachtszeit ist Zimt also eine gute Empfehlung nicht nur für Süßmäuler. Es müssen ja nicht immer nur Zimtstern oder Milchreis sein, das Gewürz gibt auch Kaffee, Tee, Kakao oder zahlreichen pikanten Gerichten eine wunderbar exotische Note und ist in jeder Curry-Mischung enthalten. Da Zimt leberschädigendes Cumarin enthält, sollten  Kinder nicht mehr als 0,5g Zimt (ca. 6 kleine Zimtsterne) täglich zu sich nehmen. Bei Erwachsenen liegt die Empfehlungsgrenze bei 2g, ein halber Teelöffel ist also ok. Ceylon-Zimt enthält im übrigen wesentlich weniger Cumarin als Cassia-Zimt, deshalb sollte man ihn bevorzugen.

Zistrose

Zistrose Kraut und Bluete

Zistrose (Cistus incanus)

Die graubehaarte Zistrose wird im Mittelmeerraum schon seit Jahrtausenden als Heilpflanze verwendet. Sie gilt als antibakteriell, antiviral und pilzhemmend. Mit ihren starken antioxidativen Eigenschaften neutralisiert sie freie Radikale und stärkt den Organismus.

Die immunfördernde Wirkung und ihre entzündungshemmenden Eigenschaften machen die Zistrose zum wertvollen Mittel bei zahlreichen Infekten, insbesondere zur Erkältungszeit im Winter. Besonders bei Halsschmerzen, Husten und Schnupfen hat sich diese Pflanze in den letzten Jahren bei mir und im Bekanntenkreis regelmäßig bewährt. Man kann Zistrosen selbst in Blumentopf oder Garten ziehen, aber auch als Tee oder Halsbonbon in der Apotheke oder im Internet kaufen.

Pflanzen und Gewürze sind nicht umsonst seit langer Zeit beliebte Helfer in der dunklen Jahreszeit, nutzen und genießen Sie sie. Ich wünsche eine besinnliche, stressfreie und vor allem gesunde Adventszeit. Mehr Wissenswertes über Essbare Pflanzen, Heilkräuter und Spannendes aus der Natur gibt es auf jeden Monat hier auf www.wildkrautgarten.de. (c) Mandy Bantle

Frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.
Der Wildkrautgarten


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