Indisches Springkraut – das Balsam-Kraut aus dem Himalaya

Wildkrautgarten Indisches Springkraut Blueten

Indisches Springkraut

Das Indische Springkraut gehört zu jenen pflanzlichen Einwanderern, die einige Umweltschützer am liebsten ausrotten würden. Mancherorts organisieren Naturschutzverbände sogar pressewirksame Aktionen bei denen sie mit Schulklassen die unerwünschten floralen Neubürger niedertrampeln. Unbestritten bilden die mittlerweile vielerorts wachsenden Bestände der vitalen Pflanze eine bedrohliche Konkurrenz für einheimische Pflanzen, dennoch lohnt sich aber immer auch ein Blick hinter die schwarz-weiß gemalte Feindbild-Fassade. Wer diesen wagt, wird erkennen, dass das verteufelte Indische Springkraut zahlreiche wertvolle Potentiale für Gesundheit, Schönheit und hungrige Nektarsammler hat.

Wer das Indische Springkraut (Impatiens glandulifera) unvoreingenommen betrachtet, wird nicht umhinkommen, seine Schönheit zu erkennen. Auf zerbrechlich wirkenden Stängeln lockt es mit nektarreichen Blüten zahlreiche Hummeln und Bienen an und erfreut bis zum ersten Frost mit seiner üppigen rosa Blütenpracht. Und welches Kind liebt es nicht, die Samenschoten mit einer leichten Berührung explodieren zu lassen. Diesem Mechanismus verdanken die rund 900 Springkraut-Arten ihren Namen, denn der Gattungsname Impatiens bedeutet Ungeduld.

Das Indische Springkraut stammt ursprünglich aus der Himalaya-Region Ostindiens. Heute ist es in ganz Europa und Nordamerika verbreitet und gilt als invasiv. 1839 fand die Art über England nach Europa und entschlüpfte bald der Obhut der Gärten. In Deutschland fasste die einjährige Pflanze um 1900 das erste Mal Fuß und verbreitete sich zunächst recht langsam. In den letzten Jahren haben die Bestände allerdings deutschlandweit stark zugenommen. Insbesondere in Flussauen, feuchten Wiesen und an Waldrändern kann man heute große Kolonien der vitalen Pflanze finden, die durch dichte Bestände die heimische Flora verdrängen.

Wildkrautgarten Indisches Springkraut Blüten und SamenkapselnDabei sieht die Pflanze anfangs recht mickrig aus. Erst nach der Sommersonnenwende legt das Indische Springkraut richtig mit dem Wachstum los und kann dann zwei bis drei Meter Höhe erreichen. Damit ist die einjährige Pflanze laut Wolf-Dieter Storl die am höchsten wachsende einjährige Krautpflanze Nordeuropas. Ende Juni beginnt das Springkraut zu blühen und zeigt seine großen, an Orchideen erinnernden karminroten bis blass-rosa Blüten bis in den späten Herbst hinein. Beim ersten Frost stirbt die Pflanze.

Die prächtigen Blütenstände des Indischen Springkrauts formen einen Rachen, in den Hummeln, Bienen, Wespen und andere Insekten tief hineinkriechen, um an den reichhaltigen Nektar zu gelangen. Dessen Zuckeranteil ist mit 48% zwar eher durchschnittlich, allerdings produziert jede Springkraut-Blüte mit 0,47 mg Nektar pro Stunde über 40 mal mehr vom dem süßen Saft als die meisten anderen Blütenpflanzen. Mit dieser Nektar-Menge übertrumpft das Indische Springkraut alle in Zentraleuropa heimischen Pflanzen und sogar einige Nahrungspflanzen der Kolibris. Imker schätzen das Indische Springkraut als wertvolle Futterpflanze, auch weil sie bis in den Herbst hinein blüht und so Bienen und zahlreichen anderen Insekten auch dann noch reichlich Nahrung bietet, wenn andere Blütenpflanze schon verblüht und versamt sind. Der zuckerhaltige Blütenstaub wird von den Insekten ebenfalls gern gesammelt.

Wildkrautgarten Indisches Springkraut Biene in Bluete

Bienen-Buffet

Aber mit der langen Blütezeit, ihrem reichlichen Blüten-Nektar und dem süßen Blütenstaub ist die Freigebigkeit des Himalaya-Einwanderers noch nicht ausgeschöpft. Auch an ihren Blattansätzen sondert die Pflanze zuckerhaltigen Nektar ab, den sie in exfloralen Saftdrüsen produziert. Aus speziellen Spaltöffnungen treten zudem Wassertröpfchen aus. Wegen dieser Drüsen nennt man das Indische Springkraut auch Drüsiges Springkraut. Sein lateinischer Beiname glandulifera bedeutet „Drüsen tragend“.

Auch die Blätter sind bei dem einen oder anderen Insekt beliebt. Das Indische Springkraut ist zum Beispiel zur wichtigen Nahrungspflanze der Larven des Mittleren Weinschwärmers geworden, der in einigen Regionen, unter anderem in der Schweiz, schon selten geworden ist. Er gilt als einer der schönsten Nachtfalter mit olivgrünen Vorderflügeln, dem pink gefärbtem Flügelvorderrand und drei schrägen pink bis blass violetten Binden. Seine bis zu acht Zentimeter großen, erst grasgrünen und später fast schwarzen Raupen ernähren sich von Weidenröschen, Nachtkerzen, Fuchsien und eben Springkräutern. Die zurückgegangenen Bestände des Falters konnten sich durch das neue Nahrungsangebot ein wenig erholen.

Einheimisches Großes Springkraut Impatiens noli-tangere

Einheimisches Großes Springkraut Impatiens noli-tangere

Wie unser heimisches Großes Springkraut (Impatiens noli-tangere) bildet der Einwanderer aus dem Himalaya spindelförmige Samenkapseln aus, die, wenn sie reif sind, bei der leisesten Berührung explodieren und ihren Sameninhalt mehrere Meter weit schleudern. Nicht nur Kinder haben großen Spaß daran, hier ein wenig Geburtshelfer zu spielen und die Samenschoten zum explodieren zu bringen. Sind gerade keine menschlichen Helfer vor Ort, reichen der Pflanze auch vorbeistreifende Tiere, ein darauf fallender Regentropfen oder gar der über die Samenkapseln streichende Wind, um den genialen Mechanismus auszulösen.

Jede Pflanze bringt so 1600 bis 4300 Samenkörnchen hervor, die 4 bis 5 Jahre keimfähig bleiben und verbreiten sich über Flussläufe oder Tiere verbreiten. Aus allen Stängel-Knoten, die den Boden berühren, können dem Springkraut zudem neue Wurzeln sprießen. So kann sich die Pflanze nach Sturm, Hochwasser oder Herausreißen neu verankern und weiter wachsen. In dieser sprichwörtlich indischen Vitalität sehen viele Naturschützer eine große Gefahr. Sie sehen das Indische Springkraut als einen invasiven Neophyt, der bekämpft werden muss, weil er die heimische Flora bedrängt und nach dem Absterben im Herbst die Bachufer nackt und erosionsanfällig zurücklässt.

Indisches Springkraut in der Küche

Wildkrautgarten Indisches Springkraut Samen

Die Samenkörner des Indischen Springkrauts sind essbar

Aus diesem Grund sollten auch Wildkrautfreunde eine weitere Verbreitung der Pflanze vermeiden helfen. Der Natur gegenüber respektvoller als das vom NaBu praktizierte Niedertrampeln ist meiner Meinung nach jedoch die Dezimierung der Pflanze durch sinnvolle Nutzung. Verwenden Sie die ab August bis Oktober reifenden Samen doch einfach in der Küche. Laut Nahrungspflanzen-Experte Guido Fleischhauer sind sowohl die weißen, noch unreifen als auch die schwarzen ausgereiften Samen essbar. Und sie schmecken auch gut. Roh erinnert ihr Geschmack an Walnüsse. Je reifer der Samen, desto nussiger. Röstet man die Samen etwa eine Minute ohne Öl in einer Pfanne, springen sie herum wie Popcorn und schmecken anschließend intensiv nach Pommes frites. Als nussige Basis eignen sich die Samen für Gebäck, Aufläufe, Bratlinge oder Würzpasten. Zudem soll sich ein schmackhaftes Öl aus ihnen pressen lasse, das sich auch als Lampenöl eignen soll.

Auch die Blüten können in kleinen Mengen zur Dekoration genutzt werden. Da alle Springkräuter im rohen Zustand schwach giftig sind, sollte man sie jedoch eher sparsam verwenden. In größeren Mengen können insbesondere die rohen Blätter Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schwindel auslösen. Das Kochen mit mehrmaligem Wechsel des Kochwassers soll die jungen Blätter zwar genießbar machen, da sie jedoch auch dann kein kulinarisches Highlight sind, ist es wohl besser, wohlschmeckende Pflanzen wie Giersch oder Brennnessel für den Kochtopf zu verwenden.

Indisches Springkraut in der Medizin

Wildkrautgarten Indisches Springkraut Bluete und BlaetterHinweise auf die Verwendung der Springkräuter als Brechreiz erzeugende, harntreibende und abführende Mittel finden sich in der Volksmedizin. Interessanter ist jedoch die Balsam-Wirkung des Indischen Springkrauts, das zu Recht auch als Himalaya-Balsam bezeichnet wird. Der etwas schleimige Pflanzensaft der zerdrückten Pflanze enthält unter anderem das entzündungshemmende Flavonoid Quercetin. Es hemmt im Körper die übermäßige Ausschüttung von Histamin, welches bei allergischen Reaktionen und Quaddelbildung eine wichtige Rolle spielt. Es gilt deshalb als natürliches Antihistaminikum. Saft oder Pflanzenbrei des Springkrauts lindern beispielsweise wirksam Insektenstiche, Verbrennungen durch Brennnesseln, Hautirritationen oder Wiesendermatitis. Dafür betupft man einfach die betroffenen Stellen mit frischen Pflanzensaft. Als Aufkochung soll die Pflanze bei Hämorrhoiden helfen.

Die Indianer Nordamerika behandelten mit dem dort heimischen Springkraut (Impatiens capensis) die schweren Entzündungen, die durch Berührungen mit dem Harz des Gift-Summachs, dem gefürchteten Poisen Ivy, hervorgerufen werden. Die heilende Wirkung wurde durch aktuelle Studien bestätigt.

In Bangladesch nutzt man den verwandten Garten-Balsam (Impatiens Balsamina) bei Hexenschuss, Neuralgien, Verbrennungen und Verbrühungen. Eine 2012 vorgestellte Studie dreier Bangladescher Universitäten bestätigte die starke schmerzlindernde Wirkung des Pflanzenextrakts sowohl auf der Haut als auch im zentralen Nervensystem. Thailändische Forscher bestätigten die bemerkenswerte Wirksamkeit eines in allen Springkräutern enthaltenen Pflanzenfarbstoffs gegen Hautpilze, Bakterien und krankheitsfördernde Hefen.

Dieser Farbstoff namens Lawson mit der chemischen Formel 2-Hydroxy-1,4-Naphthochinon ist der gleiche, dem auch die bekannte Henna-Pflanze (Lawsonia inermis) ihre rotfärbende Wirkung verdankt. Das Indische Springkraut enthält in allen oberirdischen Pflanzenteilen mit 0,8 bis 1,1% fast genauso viel davon wie die Henna-Pflanze (0,5-1,5%). Am höchsten ist der Gehalt in den im Juli oder August gesammelten Blüten. Dem Farbstoff werden entzündungshemmende, antibakterielle, schmerzlindernde und pilzhemmende Eigenschaften zugeschrieben. Damit bestätigt die moderne Forschung althergebrachte Heilanwendungen des Springkrautes. In der indischen Heimat verwendet man nämlich die zerquetschten frischen Blüten zur Behandlung von Pilzinfektionen der Haut. Die traditionelle Unani-Medizin verwendet für solche Beschwerden einen alkoholischen Auszugs der Impatiens-Blüten. In China verwendet man Abkochungen des nahe verwandten Garten-Balsams gegen Rheuma, Furunkel und Hautkrankheiten. Weitere Studien zeigen eine starke krebshemmende Wirkung des Lawson-Farbstoffs beispielsweise bei Leber-Karzinomen oder Hautkrebs. Bereits 1948 entdeckten Forscher das Springkraut als erste pflanzliche Quelle des potenten Farbstoffs und schlugen eine mögliche Nutzung als natürliches Fungizid gegen Pilzerkrankungen bei Tomaten und Bohnen-Pflanzen vor.

Indisches Springkraut für Haut und Haar?

Wildkrautgarten Indisches Springkraut ganze PflanzeNatürlich ist der Springkraut-Farbstoff auch für Schönheit und Körperpflege interessant. Einige Kosmetik-Anbieter nutzen Impatiens-Extrakte beispielsweise in langanhaltend färbenden Lippenstiften. Möglicherweise ist das heute an vielen Stellen wuchernde Himalaya-Springkraut auch eine kostengünstige und leicht verfügbare Alternative zum hierzulande teuren und oft mit Chemikalien versetzten Henna. Die Idee, da Springkraut zum Färben von Haut und Haaren zu nutzen, ist zumindest nicht neu, denn auf Hindi heißt der Himalaya-Balsam Gul-Mehndi. Frei übersetzt bedeutet dieser Name soviel wie >Pflanze für Körperbemalung<. Auch wenn mit der Bezeichnung „Mehndi“ heute im Allgemeinen die ornamentalen Verzierungen der Haut mit Hilfe von Henna-Paste gemeint sind, wurde also auch das Himalaya-Springkraut kulturhistorisch zum Färben von Haut und Nägeln genutzt.

In dem 1896 erschienenen Buch „Reisebilder aus Transkaspien, Buchara und Turkestan“ vermischt Autor Max Albrecht gar Henna und Impatiens miteinander. Er schreibt „Die in den Gärten als Zierpflanze wachsende Henna-Pflanze (Impatiens balsamina) wird zum Gelbfärben der Nägel an Händen und Füssen genutzt.“ Ob er nun Zeuge der Anwendung von Henna oder Springkraut wurde, werden wir heute nicht mehr herausfinden können, allerdings kann man schließen, dass beide Pflanzen in ähnlicher Weise genutzt wurden. Er schreibt weiter, dass die getrockneten und zerstoßenen Blätter mit Kwass, einem leicht gegorenen Getränk, vermischt und dann auch die entsprechenden Körperpartien aufgetragen wurden. Zur Einwirkzeit schreibt er leider nichts.

Anhaltspunkte für die Einwirkdauer zum Haarefärben findet man jedoch in einem Patent, dass L’oreal im Jahr 1995 angemeldet hat. Es schlägt für die Verwendung eines Aufgusses von Springkraut zum Haare färben eine Einwirkzeit von 15 Minuten bis zu einer Stunde vor. Das Patent informiert auch über die zu erwartenden Farbnuancen der verschiedenen Pflanzenteile. Die Verwendung der Blüten soll eine intensiv rotblonde Färbung erzeugen, die Blätter erzeugen kupferfarbene Akzente. Eine Haarpackung aus Wurzelpulver soll dagegen grauem Haar wieder eine leichte gold-blonde Frische verleihen. Aktuell bin ich noch am Experimentieren, wie man mit dem Springkraut Farbergebnisse erzielt. Die Färbung der Haut mit frischen Blättern hat nicht funktioniert. Die frischen Blüten haben zwar einen roten Farbton erzeugt, allerdings erinnerte dieser im Aussehen eher an Blutergüsse und ließ sich auch recht einfach wieder abwaschen. Auch bei den Haaren konnte ich mit dem frischen Kraut kaum Wirkungen erzielen, allerdings sind meine Haare schon von Natur aus rot, sodass mir feine Nuancen hier vielleicht nicht aufgefallen sind. Ein weiterer Test mit dem Pulver aus getrockneten Blättern und Blüten war leider noch weniger wirksam. Hier haben auch die Blüten nicht gefärbt. Bei den Blättern entstanden übrigens sowohl im frischen als auch im getrockneten Zustand leicht Hautreizungen bei mehreren Stunden Einwirkzeit. Die richtige Anwendung um das Springkraut zum Färben zu nutzen, habe ich also noch nicht gefunden. Vielleicht hat ja einer der Leser einen Tipp für mich.

Indisches Springkraut als Bach-Blütenessenz

Wildkrautgarten Indisches SpringkrautAber auch auf anderer Ebene kann das Indische Springkraut der Gesundheit zuträglich sein. Seine prächtigen rosafarbenen Blüten gehörten zu den ersten, die der Arzt Edward Bach im Herbst 1928 auf seiner Suche nach neuen ganzheitlich wirkenden Heilmitteln entdeckte.

Unter dem Namen Impatiens gehört das Indische Springkraut seitdem zu den 38 klassischen Blütenessenzen der Bachblüten-Therapie. Zudem ist es Bestandteil der berühmten Rescue-Tropfen, einer bewährten Mischung aus 5 Blütenessenzen, die bei Stress, emotionalen Belastungen oder schockierenden Situationen eine erstaunlich wirkungsvolle Erste Hilfe leisten können.

Als Einzel-Essenz wirkt Impatiens gegen Ungeduld und innere Anspannung. Sie kann jenen Menschen helfen, die als geistige Sprinter immer wieder an der scheinbaren Langsamkeit der anderen verzweifeln. Diese Menschen hören kaum richtig zu, fallen anderen ins Wort und machen lieber alles schnell selbst, ehe es dem Gegenüber erklären zu müssen. Sie versuchen die Dinge in ihrem Tempo voranzutreiben und gelten deshalb nicht selten als „Einpeitscher“. Damit stoßen sie nicht nur andere häufig vor den Kopf, sondern belasten sich auch selbst über Gebühr. Die nervöse Anspannung kann bis hin zu körperlichen Beschwerden wie Krämpfen oder Herzrasen führen. Weil Impatiens-Typen Dinge lieber allein, ohne die Einmischung anderer und in ihrem eigenen rasanten Tempo durchziehen, ordnete Bach sie der Gruppe der Einsamkeit zu. Die Blütenessenz des selbst unter Spannung stehenden Springkrauts soll helfen, Verständnis für die Verschiedenartigkeit der Temperamente zu gewinnen und mit Geduld und Empathie Dinge ins Laufen zu bringen. Auch im Familienleben soll Impatiens unterstützend wirkend, indem es quengelnden, hyperaktiven Kindern oder gestressten, hektischen Eltern die erforderliche Geduld für ein harmonischeres Miteinander wieder gibt. Auf körperlicher Ebene soll Impatiens bei Bluthochdruck, Muskelverspannungen, Schlafstörungen, Krämpfen, Zuckungen und nervösem Hautausschlag wirksam sein.  Auch für die Anwendung bei nervösen, leicht reizbaren Tiere wird die Impatiens-Essenz empfohlen. Eine Bachblütenessenz aus Springkrautblüten kann man mit der so genannten Sonnenmethode selbst herstellen oder fertig bei zahlreichen Anbietern kaufen.

Indisches Springkraut – ein Fazit

Das Indische Springkraut hat also weit mehr zu bieten, als viele vermuten. Ob als Bachblüten-Essenz bei Stress, als potentielles Heilmittel für verschiedene Erkrankungen, als reichhaltige Nahrungsquelle für Insekten, als Rohstoff in der Naturkosmetik oder als Erste-Hilfe-Kraut bei Insektenstichen und Brennnesselquaddeln, es kann in vielen Bereichen positiv punkten und sollte deshalb nicht per se verteufelt werden. Natur beinhaltet immer auch Wandel. Viele Pflanzen, die früher als ausrottungswürdige Pest bezeichnet wurden, gehören für uns heute zum normalen Landschaftsbild. Ich jedenfalls würde beispielsweise das Gänseblümchen vermissen, wenn seine 1793 angeordnete Ausrottung erfolgreich gewesen wäre.

Wildkrautgarten Impatiens parviflora

Auch ein Einwanderer: Das kleinblütige Springkraut Impatiens parviflora

Auch das kleinblütige Springkraut (Impatiens parviflora), das heute für viele zum Waldbild dazu gehört und das kaum noch jemand als Einwanderer wahrnimmt, wurde früher regelrecht verteufelt. Das aus Nordostasien eingewanderte Kraut wurde zu Nazizeiten als „bolschewistischer Eindringling“ gebrandmarkt. Die Hitlerjugend sollte es durch Ausreißen vernichten. Das Indische Springkraut wird heute zwar nicht mehr als Politikum missbraucht, aber einige Naturschützer rufen auch heute wieder laut nach „Vernichtung“ und motivieren Kinder dazu, auf den Pflanzen herumzutrampeln. Ob dieser Ansatz pädagogisch wirklich wertvoll ist, halte ich für fragwürdig. Ich bin dafür, auch die positiven Seiten einer Bereicherung durch Neuankömmlinge zu betrachten. Vielleicht sind sie ja auch eine Antwort der Natur auf offene Fragen.

Und hier noch eine (noch nicht selbst getestete) Anleitung für die Sonnenmethode zur Herstellung von Bachblüten-Essenzen:

Wildkrautgarten Indisches SpringkrautFür den Sonnenauszug sucht man sich einen Ort an dem die Pflanzen gesund und natürlich wachsen, möglichst fernab jeglicher Verschmutzung durch Mensch oder Tier. Mit der Herstellung beginnt man frühmorgens an einem vollsonnigen Tag ohne Wolken. Man pflückt die Blüten vorsichtig, möglichst ohne sie stark zu berühren und lasst sie direkt in eine Glas-Schale mit sauberem Quellwasser gleiten. Anschließend wird die Schale direkt vor Ort drei bis vier  Stunden in die volle Sonne gestellt. Es darf in dieser Zeit kein Schatten auf die Schale fallen. Wenn die Blüten beginnen zu welken, werden sie mit einem Zweig derselben Pflanze herausgefischt, die Essenz in eine saubere Flasche gefüllt und mit Brandy oder Wodka 1:1 aufgefüllt. Mit dieser Ur-Essenz können nun Vorratsflaschen befüllt werden, die auf 30ml Brandy oder Wodka zwei Tropfen Ur-Essenz enthalten. Für Heilmittelkombinationen werden von dieser und den Vorratsflachen anderer Essenzen jeweils zwei Tropfen in eine 30ml-Flasche mit Wasser gefüllt. Von dieser Mischung werden täglich viermal vier Tropfen genommen.

Fröhliches Wildkräutern!
Der Wildkrautgarten

(c) 2014 Mandy Bantle – www.wildkrautgarten.de


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5 Gedanken zu „Indisches Springkraut – das Balsam-Kraut aus dem Himalaya

  1. Erika M. van Gorkom

    Das Springkraut hilft in das neue Zeitalter zu springen.
    Hier noch ein Rezept
    Blüten vom Springkraut über Nacht in möglichst Bio-Apfelsaft einlegen. Am Morgen ist der Apfelsaft dunkelrot und riecht so lecker, wie die Blüten. Abseihen und zu Gelee verkochen. Sehr, sehr lecker.
    (Rezept vom Kräuter-Wastl)

    Antworten
    1. Wildkrautgarten Beitragsautor

      Hallo Erika,

      vielen Dank für das interessante Rezept. Falls ich noch ein paar Blüten finde, die an einer frostfreien Stelle die ersten kalten Nächte überlebt haben, muss ich das auf jeden Fall noch ausprobieren.

      Liebe Grüße,
      Mandy vom Wildkrautgarten

      Antworten
      1. Nelißen

        Aber bitte nur im eigenen Garten aussäen! Trotz seiner positiven Seiten ist und beibt das Indische Springkraut ein invasiver Neophyt und macht in vielen Naturschutzgebieten (und nicht nur hier) riesige Probleme.
        Außerdem macht man sich mit dem Ausbringen nicht-heimischer Arten strafbar!

        Antworten

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