Nützlinge im Garten: Der Marienkäfer

Marienkaeferhochzeit

Marienkaeferhochzeit

Marienkäfer gelten als Glücksbringer und nahezu jedes Kind kennt die hübschen halbkugelförmigen Insekten mit den schwarzen Punkten auf den roten Flügeln. Weniger bekannt ist, dass es auf der Welt rund 4000 verschiedene Marienkäfer-Arten gibt und viele davon Verbündete der biologischen Landwirtschaft sind. Und es gibt einen ganz besonderen Marienkäfer, den ich euch vorstellen möchte, aber mehr davon am Ende des Beitrages.

Marienkäfer sind in Gartenbau und Landwirtschaft beliebt, weil sie allein in ihrer Larvenzeit je nach Art bis zu 3000 Blattläuse oder Spinnmilben fressen. Den ersten Durchbruch in der biologischen Schädlingsbekämpfung leistete 1889  der australische Marienkäfer Rodolia cardinalis. Man importierte ihn nach Kalifornien, um eine ebenfalls aus Australien stammende Schildlaus in den Zitrusplantagen in Schach zu halten. Der Trick gelang,  bis heute wurden über 500 Millionen Marienkäfer dieser Art in Kalifornien gezüchtet und freigelassen.

In Europa gibt es übrigens rund 100 Marienkäferarten, in Deutschland immerhin noch 80.

Siebenpunkt-Marienkäfer Foto: Wikipedia

Siebenpunkt-Marienkäfer – Foto: Wikipedia

Der bekannteste Vertreter hierzulande ist der Siebenpunkt-Marienkäfer, der je drei Punkte auf den Flügeln. Der siebte sitzt in der Rückenmitte am Übergang vom Hals zum Rücken. Er wurde in 2006 zum Insekt des Jahres gekürt. Die rote Farbe verdankt dieser hübsche Kerl übrigens denselben Farbstoffe, die auch Tomaten oder Möhren rot färben, dem Lycopin und dem Carotin. Es gibt Marienkäfer aber auch in anderen Farben wie gelb, braun oder schwarz.

Diese auffällige Färbung tragen die Käfer als Warnsignal für Fressfeinde. Außerdem schützen sie sich durch einen unangenehmen, bitteren Geschmack und eine übelriechende, Giftstoffe enthaltende Flüssigkeit, die sie bei Gefahr absondern können. Außerdem stellen sich die kleinen Krabbler mit eingezogenen Beinen tot, wenn Gefahr droht.

Marienkäferlarve - Foto: Wikipedia

Marienkäferlarve – Foto: Wikipedia

Die Hauptnahrung der meisten Marienkäferarten sind Blatt- und Schildläuse. Bis zu 50 Stück am Tag können sie davon vertilgen, in ihrem maximal dreijährigen Leben kommen da mehrere Tausend zusammen. Wenn man in Garten ein Läuseproblem hat, kann man sich also Hilfe holen. Meist kommen die Käfer ganz von selbst, falls nicht, kann man ja den einen oder anderen auf die befallene Pflanze setzen. Auch Spinnmilben, Wanzen, Fransenflügler und die Larven von Blattwespen, einigen Schmetterlingen und anderen Käfern stehen manchmal auf Marienkäfers Speiseplan. Einige Arten ernähren sich sogar von Mehltau und Schimmelpilzen. Gibt es nicht genug zu futtern, werden Marienkäferlarven auch schon mal Kannibalen.

Gut, dass die Weibchen da für genügend Nachwuchs sorgen. Direkt nach dem Winter beginnt die Paarung. Marienkäferpaare bleiben dabei eine halbe Stunde bis zu 18 Stunden zusammen. Auch wenn Wikipedia schreibt, dass die Paarung wenig spektakulär wäre, kann ich bezeugen, dass das Marienkäfermännchen auf den Bildern ein wirklich feuriger Liebhaber war.

Ende April bis Anfang Mai legen die Weibchen dann bis zu 400 Eier, je nach Art in Portionen von 10 bis 60 Stück oder einzeln. Nach ungefähr einer Woche schlüpfen daraus die – zugegebenermaßen nicht so niedlichen Larven. Sie sehen zwar aus wie kleine Aliens, sind dafür aber richtig kleine Nimmersatte und verputzen zahlreiche Läuse. Das Larvenstadium dauert je nach Art 30 bis 60 Tage. In dieser Zeit häuten sie sich drei- bis viermal, bevor sie sich verpuppen und bald darauf ein Glückskäfer schlüpft.

Dass der Käfer schon seit Jahrtausenden beliebt ist, beweist übrigens ein etwa 20.000 Jahre alter, aus Mammutelfenbein geschnitzter Marienkäfer, den man in Frankreich gefunden hat. Die 1,5 cm große Figur hatte eine Bohrung und wurde vermutlich an einer Schnur um den Hals getragen.

Wie beliebt er ist, zeigt auch die Namensvielfalt für den kleinen Punktkäfer. Allein in Deutschland gibt es 1.500 regionale Bezeichnungen. In meiner Jugend nannte ich ihn übrigens liebevoll Mutschekiebchen.

Kaefergeburtstag -

Ein ganz besonderer Marienkäfer hat heute Geburtstag – mehr auf www.fonflatter.de

Dieser Beitrag ist übrigens einem ganz besonderen Marienkäfer gewidmet, der heute seinen Geburtstag feiert. Als niedliche Comic-Figur und immerkluger Begleiter der Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter begeistert er seit fast acht Jahren die wachsende Fangemeinde der täglich erscheinenden Comics von Bastian Melnyk auf www.fonflatter.de. An dieser Stelle also ganz herzlichen Glückwunsch zum Käfergeburtstag, lieber Bastian. Alles Liebe und weiterhin viel Schaffenskraft.

Und Ihnen wünsche ich viel Spaß beim Lesen von Bastians tollen Comics auf www.fonflatter.de und beim Beobachten der wunderschönen Marienkäfer in Büschen und Wiesen. Sie sind eines der vielen kleinen Wunder, die uns im Alltag umgeben, wir müssen nur hinschauen.

Fröhliches Wildkräutern!
Der Wildkrautgarten


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