Essbare Blüten: das Wiesenschaumkraut

Wiesenschaumkraut

Wiesenschaumkraut

Ein sehr würziges, kresseartiges Aroma bringt die essbare Blüte des Wiesen-Schaumkrauts auf den Wildkraut-Teller. Das Kreuzblütengewächs wurde 2006 zur Blume des Jahres gewählt und färbt im Frühjahr mit seinen kleinen Blütenständen viele Feuchtwiesen hellviolett. Von weitem scheint es, als ob die Wiesen mit Schaum bedeckt sind.

Die ausdauernde Pflanze überwintert in einer Blattrosette und treibt im April/Mai einen Stengel mit traubigen Blüten empor. Die Blätter sind vor der Blüte am leckersten. Sie haben einen kresseartigen, leicht scharfen Geschmack. Nach der Blüte werden sie leicht bitter. Am schärfsten sind die Blätter am Stengel, die Blüten sind etwas milder im Geschmack. Blätter und Blüten eignen sich als Dekoration und als würzige Zugabe in Salaten, Kräutersuppen, Quark und Frischkäse. Auch die Blütenknospen kann man zu Kräuterbutter oder Pesto beifügen. Die Blütenstengel würzen Gemüsegerichte, Aufläufe oder Suppen.

WiesenschaumkrautDurch die in der ganzen Pflanze enthaltenen Senföle und Vitamin C ist Wiesenschaumkraut antibiotisch, fördert die Verdauung und wirkt schleimlösend in den Bronchien. Ein Tee aus Wiesenschaumkraut soll bei Rheuma und anderen Schmerzen Linderung bringen – aber auch frisch hat es sicher eine positive Wirkung. Weil das Kraut auch Leber und Galle anregt, ist es ideal für eine Frühjahrskur geeignet. Man sollte es nur nicht in zu großen Mengen verzehren, weil es dann die Magenschleimhäute reizen kann.

In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ist das Wiesen-Schaumkraut so selten, dass es als gefährdete Art gilt und auf der Roten Liste steht. Tatsächlich ist es auffällig, dass die hellvioletten Pflanzen auf der Fahrt von Nordrhein-Westfalen nach Sachsen-Anhalt immer weniger werden. Sind im Lipper Land und rund um Höxter noch ganze Wiesen wie mit „Blütenschaum“ bedeckt, wird es Richtung Goslar schon seltener. Kurz vor dem Überqueren der ehemaligen Grenze Richtung Harz ist dann kein Pflänzchen mehr zu entdecken. Auch kann ich mich nicht erinnern, als Kind zwischen Harz und dem Leipziger Raum jemals Wiesen voll blühenden Schaumkraut gesehen zu haben. Falls es einem hier doch einmal wild begegnet, sollte man es also nicht sammeln, sondern hoffen, dass es vielleicht wieder Fuss faßt.

Wiesenschaumkraut - ein Anfang im Garten

Wiesenschaumkraut in Sachsen-Anhalt – ein Anfang im Wildkrautgarten

Da ich ja auch in Sachsen-Anhalt wohne, freue ich mich deshalb umso mehr, dass ich ein paar Exemplare des Wieseschaumkrauts in meinem Garten ansiedeln konnte. Es hat sich in den letzten Jahren bereits vermehrt, vielleicht schafft es ja von dort auch den Sprung zurück in die Wildnis.

Fröhliches Wildkräutern!
Der Wildkrautgarten

UPDATE 2015: rund 2 Jahre später habe ich einige einzelne Pflanzen und sogar einen etwas üppigeren Bestand des Wiesenschaumkraut in und um Wernigerode entdeckt. Vielleicht schafft es das Wiesenschaumkraut ja doch, auch in Sachsen-Anhalt wieder Fuss zu fassen.


Wenn Ihnen der Beitrag gefällt, empfehlen Sie ihn weiter. Einfach Freunden davon erzählen oder einen der Buttons 2x klicken, um den Beitrag mit ihrem sozialen Netzwerk zu teilen:

3 Gedanken zu „Essbare Blüten: das Wiesenschaumkraut

  1. Mirsad

    Essbare Blüten machen sich gut zu einem Salat.
    Da kann das Auge im wahrsten Sinne des Wortes mitessen.
    Die Blüten schmecken zum richtigen Dressing wirklich gut!
    LG

    Antworten
  2. Pingback: Jahreszeitenfotos ab 1/2015 - Seite 14

  3. Pingback: Wildkräuterwanderung mit Verkostung | Sin die Weck weg -

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.