Entdeckt! Der Huflattich

Erste Huflattichblueten

Erste Huflattichblueten

Wenn die Wiesen noch ohne grünes Kleid im Winterschlaf liegen, kann man einen Blick auf eine eigentlich recht unscheinbare Pflanze erhaschen. Die kleinen Blütenkörbe des Huflattichs gehören zu den ersten Farbtupfern in der erwachenden Natur.

Noch bevor er seine Blätter treibt, erscheinen die kleinen gelben Blüten wie winzige Sonnen auf der sonst noch kahlen Erde und künden vom Frühling. Manchmal blüht er schon im Februar. In diesem Jahr habe ich ihn allerdings erst beim Osterspaziergang Anfang April entdecken können.

Für  Bienen und andere Insekten gehören die Blütenstände des Huflattichs zu den ersten Nahrungspflanzen, wenn sonst noch nicht viel zu finden ist. Deshalb sollte man bei einer Ernte der Blüten auch immer welche stehen lassen und den Insekten nicht alles wegnehmen.

Der Hufflattich ist eine seit Jahrhunderten bekannte Heilpflanze für zahlreiche Lungenleiden. Sein lateinischer Name Tussilago farfara weist darauf hin. Tussilago bedeutet wörtlich übersetzt, den „Husten vertreibend“. Der Zusatz farfara bedeutet „Mehl tragend“ und bezieht sich auf die später erscheinenden Blätter, die von einem weichen Flaum überzogen sind.

Sowohl die Blätter als auch die Blüten haben schleimlösende und entzündungshemmende Eigenschaften und sollen bei Bronchitis, Kehlkopf- und Rachenkatarrh, Bronchialasthma, Brustfellentzündung, beginnender Lungentuberkulose aber auch bei Husten und Heiserkeit gute Hilfe leisten. Die Blätter enthalten zudem noch viel Vitamin C und können als Wildgemüse oder im Salat gegessen werden. Kräuterfrau Maria Treben empfiehlt bei Asthma und Raucherschäden eine Frühjahrskur mit 1-2 Teelöffeln frischgespresstem Blattsaft in einer Tasse Milch oder Fleischbrühe.

Erste Huflattichblueten

Erste Huflattichblüten

In den letzten Jahren ist der Huflattich etwas in Verruf geraten. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Pflanze Stoffe enthält, die in großen Mengen über lange Zeit genossen, Leberschäden auslösen können. Allerdings muss man bedenken, dass die Tiere, an denen solche Tests gemacht werden, unnatürlich hohe Dosen verabreicht bekommen. Man müsste schon jeden Tag bergeweise Huflattich essen, um auf eine ähnliche Dosis zu kommen.

Um Nebenwirkungen auszuschließen, sollte der Huflattich nur maximal sechs Wochen am Stück eingenommen werden – eine Regel, die jedoch für jede Heilpflanzenkur gilt, nicht nur für den Huflattich.

Wenn die zahlreichen hufförmigen Blätter des Huflattichs erscheinen, werde ich sicher nochmal einen Beitrag über diese machen, denn aus ihnen kann man schmackhafte Wildkrautgerichte kochen und sie für den Hustentee ernten. Da die Blätter die selbe Heilwirkung haben wie die Blüten, sollten wir diese jetzt ruhig den hungrigen Bienen überlassen. Erfreuen wir uns an den wunderschönen gelben Farbflecken im kahlen Grau der Wiesen und an ihrem Versprechen, dass bald Frühling sein wird.

Fröhliches Wildkräutern!
Der Wildkrautgarten.

2 Gedanken zu „Entdeckt! Der Huflattich

  1. Katja Stölzel-Sell

    Hallo, die Bilder und schönen Geschichten sprechen mir aus der Seele. Bei uns lag bis gestern noch zu viel Schnee werde mich auf die Suche in den nächsten Tagen machen. Den Huflattich haben wir auch schon entdeckt. Viel Regen und Sonne wird es schnell grünen und blühen lassen. Viel Spaß noch! Gruß Katja

    Antworten
    1. admin Beitragsautor

      Hallo Katja, ja kaum ist der Schnee getaut reckt sich überall Grün empor. Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell die Pflanzen jetzt wachsen. Ich habe gestern einen wunderbaren Teppich voll Scharbockskrauts entdeckt. Am Tag vorher lag an der selben Stelle noch fast 10cm Schnee. Da werdet ihr beim nächsten Kräuterspaziergang sicher schon viel entdecken können.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.