Heilige Pflanzenbündel am Palmsonntag

Die Weide ist traditioneller Bestandteil des Palmbuschen zum Palmsonntaglmsonntag

Die Weide ist traditioneller Bestandteil des Palmbuschen zum Palmsonntag

Heute ist Palmsonntag. An diesem Sonntag wird im christlichen Glauben mit Palmzweigen des Einzugs von Jesus in Jerusalem gedacht, der sogenannte Palm oder Palmbuschen geweiht und eine Palmprozession durchgeführt. Ein solcher Palmbuschen ist ein Gebinde aus traditionell sieben Naturmaterialien.

Der Brauch, mit heiligen Pflanzen bestückte Bündel zu Ehren der Götter zu binden und damit umherzuziehen, ist jedoch älter als das Christentum. Wie bei vielen anderen Osterbräuchen liegen auch hier die Wurzeln in früheren Religionen. 

Schon die vorkeltischen Bauern des Megalithischen Europas sollen mit grünen Pflanzen geschmückte Radkreuze um die Felder getragen haben, um diese zu segnen und die Frühlingsgötter zu begrüßen. Die alten Bewohner des Allgäus binden laut Wolf-Dieter Storl diese Frühlingsmaien heute noch tradionell aus sieben grünen Zweigen. Weidenkätzchen, Buchsbaum, Eibe, Sadebaum, Thuja, Tanne, Fichte und Buchenlaub werden an einem Kreuz aus geschältem Holunder gebunden und auf einen Haselnussstock gesteckt. Dieser Frühlingsmaien wird gesegnet und soll dann Haus und Hof vor schlechten Einflüssen bewahren.

Zählt man Holunder und Haselnuss mit, kommt auf die sakrale Zahl von neun heiligen Pflanzen. Diese Anzahl spielt auch bei einem weiteren Osterbrauch ein wichtige Rolle, der am Gründonnerstag folgt. In die Gründonnerstagssuppe kommen ebenfalls neun Kräuter hinein. Diese heilige „Grüne Neune“ wurde als Kultspeise schon von unseren vorchristlichen Vorfahren zum Frühlingsbeginn verspeist. Über die heilige Neunkräutersuppe werde ich in den kommenden Tagen noch einen eigenen Beitrag veröffentlichen.

Fröhliches Wildkräutern!
Der Wildkrautgarten

 

Quelle: Storl, Wolf-Dieter: Die Pflanzen der Kelten


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