Boten des Vorfrühlings: Weidenkätzchen

Weidenkätzchen

Weidenkätzchen – nicht giftig, aber unter Naturschutz!

Die erst flauschigen und später honiggelben Weidenkätzchen kennt wohl jedes Kind. Kaum schickt die Sonne ein wenig Wärme, sind sie dicht umschwirrt von Bienen. Neben Schneeglöckchen und Haselnuss gilt die Weidenblüte als ein weiterer Bote des Vorfrühlings. Sie bringt frische Farbe in die noch nackte Natur und liefert erste Leckerbissen für hungrige Insekten. Wer versucht ist, sich einen Strauß zu pflücken, der sollte es den Bienen zuliebe lassen. Da sie eine der ersten Nahrungsquellen für Pollensammler sind, stehen Weidenkätzchen unter Naturschutz.

Prinzipiell ist die Weide auch essbar, aber hat einen recht bitteren Geschmack. Dieser kommt unter anderem durch das in allen Pflanzenteilen enthaltene Salicin – eine Vorstufe des Wirkstoffs aus der bekannten Kopfschmerztabelette Aspirin. Schon seit sehr langer Zeit machten sich die Menschen die entzündungshemmende, fiebersenkende und schmerzlindernde Wirkung des Salicins zunutze, in dem sie sich einen Weidentee aus der Rinde kochten.

Weide mit aetzchen und jungen Blättern

Weide mit Kätzchen und jungen Blättern

Die ganz jungen Blätter aller mitteleuropäischen Weiden kann man roh im Salat essen. Junge Blätter, Triebe und die innere Rinde können nach zweimaligem Auskochen als Kochgemüse verwendet werden. Die Blüten stehen wie gesagt unter Naturschutz und sollten den Bienen überlassen werden.

Umso unverständlicher ist die gängige Praxis vieler Grünpfleger, die Weiden schon vor der Blüte zu verschneiden. Nicht nur Imker stört es, dass damit den Bienen eine wichtige Nahrungsquelle geraubt wird. Gerade im Zeitalter des Bienensterbens sollte doch Umweltschutz über Ordnungsliebe stehen. Natürlich müssen Bachufer und Auen gepflegt werden, damit sie nicht verwildern. Aber könnte man nicht einfach ein paar Wochen warten und die Weiden erst nach der Blüte verschneiden? Wahrscheinlich beeilt man sich, um mit den Arbeiten noch vor der Schonzeit für Brutvögel fertig zu werden, die ab dem 1. März beginnt.

Vogelschutz ist natürlich ebenfalls wichtig, aber es macht meiner Meinung nach keinen Sinn, wegen dem Schutz des einen, dem anderen zu schaden. Vielleicht muss man hier alternative Wege gehen und den Rückschnitt im Herbst vornehmen. Oder es wird einfach nur jede zweite Weide beschnitten. So hätte man im Zwei-Jahres-Rhythmus auch alle Weiden gepflegt, die Bienen hätten etwas zu essen und die Brutvögel würden auch nicht gestört.

Blühende Weide sind eine wichtige Bienenweide

Blühende Weide sind eine wichtige Bienenweide

Wer den Bienen eine eigene Weide im Garten anbieten will, der kann sich nach der Blüte einfach einen Steckling von einem Baum oder Busch abschneiden und in die Erde stecken. Mit ein klein wenig Glück wächst das Bäumchen an, denn prinzipiell schlagen Weiden sehr leicht aus, wenn sie genug Feuchtigkeit haben.

Das macht man sich heute zunutze, in dem man die Weiden als schnell nachwachsenden Rohstoff in so genannten Energiewäldchen anbaut. Zudem werden auch heute noch die biegsamen einjährigen Weidenruten zum Korbflechten verwendet.

Hier noch das Rezept für den schmerzlindernden Weidenrindentee:

Pro Tasse 1-2 Teelöffel frischer oder getrockneter Weidenrinde mit kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Nicht mehr als drei Tassen pro Tag trinken.

Alternativ zum Tee kann auch der etwas mildere Kaltauszug angesetzt werden. Dafür dieselbe Menge Rinde mit einer Tassen kaltem Wasser ansetzen und ca. 8 Stunden ziehen lassen.

Fröhliches Wildkräutern!
Der Wildkrautgarten.


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