Ausprobiert – Pilze züchten im Wohnzimmer

Pilzzucht im Wohnzimmer

Pilzzucht im Wohnzimmer

Ich experimientiere ja gern mit selbstangebauter Nahrung und dem Angebot der Natur. Und auch im Wohnzimmer mache ich da nicht halt. Neben essbaren oder heilkräftigen Zimmerpflanzen, Wildkräutern im Blumentopf oder Überwinterungsgästen im Bücherregal (dazu in Kürze mehr!) bin ich letztens auf Pilzzuchtsets für die Wohnung gestoßen. Nicht Schimmel, sondern Speisepilze sollte man damit züchten können, schnell – einfach und ertragreich. Na nichts wie ausprobiert, dachte ich mir und habe mir je ein Paket für Wildchampignons und für Shitake-Pilze bestellt. Schnell waren die Päckchen da und ausgepackt und schon konnte es mit der Pilzzucht losgehen – hier die Ergebnisse meines Selbstversuchs.

1. Test: Wild-Champignons

Die Wildchampignons kamen mit einem kleinen Karton, etwas Erde und einer Abdeckfolie daher. Der Karton war durch eine eingelegte Folie wasserdicht, die Erde wurde einfach reingekippt, etwas angefeuchtet und dann kam die Abdeckfolie mit Löchern gegen das Austrocknen drauf. Das war’s eigentlich schon. Nun hieß es warten. Alle paar Tage habe ich ein wenig Wasser drauf gesprüht. Nach ein paar Tagen bildete sich ein weißes Pilzgeflecht und etwa eineinhalb Wochen später fingen die Pilze an zu sprießen. Dann ging alles ganz schnell, man konnte praktisch zusehen beim Wachsen. Innerhalb weniger Tage sind sie zu wahren Pilzriesen herangewachsen. Hätten sie sich in der Kiste nicht gegenseitig den Platz streitig gemacht, wären sie wahrscheinlich noch größer geworden.

Fazit: Einfach und sehr interessant. Die Ernte war größer als erwartet und man soll nach einem Trockenfallen des Substrats noch mehrmals ernten können. Das habe ich bisher noch nicht ausprobiert, war aber mit dem bisherigen Ergebnis sehr zufrieden.

 

2. Test: Shitake-Pilze

Die Shitakepilze kamen als großer Klumpen aus pappmaché-ähnlichen Substrat. Dieser musste erstmal ein paar Tage gewässert werden. Also habe ich ihn in einen Eimer gepackt und immer mal gewendet, weil er oben schwamm. Drei Tage später habe ich ihn auf einem großem Blumenuntersetzer prominent ins Wohnzimmer gestellt und gespannt gewartet, was da wohl so wächst. Ich gebe zu, der Klumpen gab zunächst optisch nicht wirklich viel her und ein bisschen nach muffigem Wald hat er auch gerochen. Aber schon nach ein paar Tagen belohnte er mich mit zunächst winzigen und dann rasant wachsenden Pilzen.

Weil Pilze es feucht mögen und die meinen irgendwie auszutrocknen drohten, habe ich sie fleißig mehrmals am Tag eingesprüht. Hätte ich die Beschreibung des Pilzzuchtsets gelesen, hätte ich gemerkt, dass die darin befindliche große Tüte und das beiliegende Stück Teppich nicht unnützes Verpackungsmaterial waren, wie von mir irrtümlich angenommen. Beides, Tüte und Teppich waren dafür gedacht, die Pilze feuchtzuhalten – das hat aber erst meine bessere Hälfte mitbekommen, als die Pilze schon zu vertrocknen drohten. Der Teppich sollte angefeuchtet in die Tüte und darauf dann der Pilzballen. Ich gebe zu, dass hat die Feuchtigkeit besser gehalten, aber meine Variante war bei weitem schöner anzusehen. Und durch mein fleißiges Sprühen ist auch schon vor dem Wechsel in die Tüte eine beachtlich Ernte an Shitakepilzen herangewachsen.

Fazit: Optisch und geruchstechnisch etwas eigenwillig. Insbesondere wenn man der Anweisung mit der Tüte folgt, ist es nicht mehr wirklich hübsch anzusehen. Ansonsten eine super interessante Erfahrung, die ich jedem nur empfehlen kann. Die Ernte war üppig, auch hier soll nach einer Trockenphase noch mehrmals geerntet werden können. Die Pilze sind schnell gewachsen, sahen sehr gut aus und haben auch lecker geschmeckt.

Ingesamt ist die Pilzzucht im Wohnzimmer also durchaus empfehlenswert. Finanztechnisch lohnt sie sich nicht, da die Päckchen im Vergleich zum Ertrag doch recht teuer sind und die Pilze im Laden günstiger zu haben sind. Aber der Erlebniswert ist super und der Genuss aufgrund der stolz selbst gezogenen Pilze gleich nochmal so hoch.

Fröhliches Wildkräutern!
Der Wildkrautgarten

 

 


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3 Gedanken zu „Ausprobiert – Pilze züchten im Wohnzimmer

  1. Marie - Die Hinterwäldler

    Hallo Mandy, das ist ja mal eine geniale Idee. Wie hast du denn von den Pilzzuchtsets erfahren und wo hast du sie dir besorgt? Und erinnerst du dich, ob es da noch weitere Pilzsorten gibt? Ich hätte riesige Lust, das auch einmal auszuprobieren, allerdings bezweifle ich schon aus Erfahrung, dass ich hier in Norwegen an soetwas herankomme. Ich müsste das ganze also irgendwie im Koffer mitnehmen… Hm.
    Kompliment übrigens für den schönen Blog, ich schaue hier sicher noch häufiger vorbei!

    Liebe Grüße,
    Marie

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    1. admin Beitragsautor

      Hallo Marie,
      schön dass du bei mir vorbeigeschaut hast und dass es dir gefällt.

      Über die Zimmerpilzzucht bin ich im Internet gestoßen, ich glaube nachdem ich einen Film über Pilzucht im Garten bei Ralf auf seinem tollen Neulich-im-Garten-Blog gesehen hatte. Von dort bin ich übrigens auch zu euch gekommen. Die Pilzzuchtsets hatte ich mir dann bei http://www.pilzzuchtshop.de/ bestellt. Die haben verschiedenste Pilzsorten und die beiden, die ich getestet habe, sind – wie du ja siehst – super aufgegangen und haben auch super geschmeckt. Die Pakete sind als Biopilze deklariert, dass fand ich auch gut. Ob die Firma nach Norwegen liefert, weiß ich nicht, aber nachfragen kostet ja nichts. Ich wünsch dir jedenfalls viel Erfolg bei der Pilzzucht, du berichtest dann ja sicher auch auf eurem Blog darüber. Ich freue mich drauf.

      Liebe Grüße,
      Mandy

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  2. Wildkrautgarten Beitragsautor

    Hallo Jasmin, der Video-Beitrag klingt wirklich interessant. Den werde ich mir mal anschauen. Tatsächlich hatte ich mir schon überlegt, wie man wohl das Nährsubstrat für die Pilze selbst herstellen könnte. Dann könnte man es einfach mit dem alten Myzel impfen und seine Pilze beliebig vermehren. Danke für den Tipp 🙂

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