Boten des Vorfrühlings – Die Haselnuss

Haselnussblüte

Wie das Schneeglöckchen ist auch die Blüte der Haselnuss ein Bote des Vorfrühlings. Die männlichen Blütenstände verteilen meist ab Februar – in milden Wintern auch schon im Januar – beim geringsten Windhauch gelbe Wölkchen aus Blütenstaub. Dafür sorgen etwa 2 Millionen Pollenkörner pro Blütenkätzchen.

Diese Fülle wissen auch die Bienen zu schätzen, so sie denn schon fliegen. Ihnen bietet der Haselstrauch eine der ersten Nahrungsquellen im Jahr. Die unscheinbaren weiblichen Blüten sitzen am selben Strauch, denn die Hasel ist eine einhäusige Pflanze. Sie bleiben von der Knospe eingeschlossen, nur die winzigen Narben recken sich wie kleine rote Anemonen heraus.

Die männlichen Blütenkätzchen mit ihrem proteinreichen Blütenstaub können getrocknet und gemahlen zum Strecken von Mehl verwendet werden. In schlechten Zeiten wurden sie so zur Notnahrung. Ein Tee aus den Kätzchen hat eine schweißtreibende Wirkung und kann gemischt mit Holunder- oder Lindenblüten bei Erkältungen helfen.

Männliche Haselnussblüte im Februar

Männliche Haselnussblüte im Februar

Erst nach der Blüte erscheinen die Blätter des raschwüchsigen Strauches. Diese kann man, solange sie noch klein und zart sind, gemeinsam mit anderen Wildpflanzen als Spinatgemüse zubereiten. Die Blätter enthalten ätherische Öle und Sitosterin. Das ist ein Phytosterin, das beispielsweise auch in Weizenkeim- oder Maiskeimöl vorkommt und die Resorption von Cholesterin im Darm verringern soll. Ein Tee aus Haselnussblättern kann laut Wolf-Dieter Storl bei Störungen des Gefäßsystems, bei Darmentzündung und zur inneren Reinigung dienlich sein. Er empfiehlt dafür 2g getrocknete Blätter auf 100ml Wasser. Die getrockneten Blätter können im übrigens auch zum Strecken von Rauchtabak genutzt werden.

Im Alter von etwa zehn Jahren tragen die Haselnusssträucher zum ersten Mal ihre reichhaltigen Nüsse. Dieses bekannteste Geschenk der Hasel reift meist im September. Schon in der Steinzeit wurden sie gesammelt und als wichtiger Wintervorrat genutzt. Wenn die Nüsse reif sind, werde ich den kleinen Kraftpaketen einen eigenen Beitrag widmen, denn das haben sie sich verdient.

Quellen:
Storl, Wolf-Dieter: Die Pflanzen der Kelten
Fleischhauer, Guthmann, Spiegelberger: Essbare Wildpflanzen
Wikipedia: Gemeine Hasel, Sitosterin


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